...Glaube contra Verstand? Der Glaube an ein Leben nach dem Tod hat es schwer. Wir sind gewohnt, nur das für wahr zu halten, was wir schwarz auf weiß sehen können, was wir berechnen können und mit Zahlen belegen können. Wir holen uns Informationen über das Internet aus den letzten Winkeln unserer Erde und können über Skype Verwandten, die sich gerade auf der anderen Seite unserer Erdkugel aufhalten, in die Augen schauen. Aber was nach dem Tod kommt und ob da noch etwas kommt, ist uns verborgen.

Als Christ glaube ich an ein Leben nach dem Tod. Und gleichzeitig weiß ich, dass ich das nicht beweisen kann. Ich kann es nur glauben, kann nur darauf vertrauen, dass Gott die Macht hat, uns so etwas zu schenken wie ein ewiges Leben, das Paradies…. wie man es auch bezeichnen mag. Der Verstand mag das bezweifeln. Natürlich widerspricht alles Gerede von der Auferstehung und einem Leben nach dem Tod dem, was wir normalerweise in unserem Leben erfahren. „Tot ist tot“ – das ist das, was üblicherweise in unserem Leben gilt.


Vom Verstand her allerdings kann man auch nicht ausschließen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Vernünftigerweise kann ich nur feststellen: Hier stößt mein Verstand an eine Grenze; hier komme ich mit meinen üblichen Erkenntnismethoden nicht weiter. Wer sagt: „In unserer modernen und wissenschaftlichen Welt hat der Glauben an ein Leben nach dem Tod keinen Platz“, der denkt allerdings gar nicht so modern, sondern befindet sich eher auf dem Stand der Wissenschaft des 18. und 19. Jahrhunderts.
Aus der Sicht der damaligen klassischen Physik war die Welt klar und determiniert; man beobachtete die Natur als ein Objekt und kam zu „objektiven“, allgemeingültigen und für jedermann nachvollziehbaren Ergebnissen. Das änderte sich mit den Entdeckungen der modernen Physik im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts. Man erkannte, dass die naturwissenschaflichen Erkenntnisse nur einen Teil der Wirklichkeit abbilden und der Mensch, weil er ein Teil des Ganzen ist, keinen objektiven Überblick über das Ganze haben kann.
Daraus lässt sich folgern: Was ich nicht verstehen kann, das muss es nicht geben, aber das kann es geben. Vernünftig ist es zu sagen, dass unser Verstand über ein Leben nach dem Tod keinerlei Auskunft geben kann. Christlicher Glaube vertraut darauf, dass Gott auch da noch Wege weiß, wo wir nichts mehr wissen.