Beschwingt und ohne Sorgen durch sein Leben zu kommen – schön, wer es kann.

Es gibt solche positiv gestimmten Menschen, die das können. Ich bewundere sie.

Mit geht es allerdings oftmals anders: Immer wieder gibt es Ereignisse, die mir die Stimmung verderben und für Ärger sorgen. Sparmaßnahmen in der Kirche, ein Besuch beim Arzt, Sorgen um die Kinder oder wahlweise auch die Eltern, Grübeln darüber, wie die Zukunft aussehen wird… Und wenn ich mal so um mich schaue, vermute ich, dass ich da keine Ausnahme bin.

Aber auch wer nicht von Natur aus mit einem so sonnigen Gemüt gesegnet ist, kann seinem Leben eine größere Leichtigkeit verschaffen. Wie leicht oder wie schwer ich mein Leben nehme, ist eine Frage meines Gottvertrauens. Wie sehr rechne ich mit Gott und damit, dass er mir zur Seite steht in guten und in schweren Stunden? Räume ich ein, dass es vielleicht mit Gottes Hilfe ganz anders kommen kann als ich es mir gerade in düsteren Farben ausmale? Die Lilien und die Vögel werden von Jesus in seiner Bergpredigt als ein Vorbild hingestellt: Sie sorgen sich nicht um ihr Wohlergehen, und doch wachsen und blühen sie und werden doch von Gott am Leben erhalten. Und der Hinweis, nicht zu sehr an morgen zu denken, ist fast ein therapeutischer Rat. „Es genügt, wenn jeder Tag seine eigene Sorge hat.“

Christlicher Glaube ist in erster Linie nicht ein Fürwahrhalten von irgendwelchen Dogmen, sondern Gottvertrauen. Manchmal höre ich Erwachsene sorgenvoll stöhnen, wenn Sie Kinder spielen sehen: „Man müsste noch mal Kind sein“. Jesus sagt:„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr das Himmelreich nicht erlangen.“ - Ich verstehe das nicht als Aufruf zum Leichtsinn oder zur Faulheit, auch nicht als Verzicht zur Vorsorge. Ich verstehe die Rede von Jesus so: „Denkt doch daran, dass ihr mit all euerm Sorgen nichts ändert. Und dass es noch einen Vater im Himmel gibt, der Wege weiß, die euch nicht einmal im Traum einfallen. Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“

Daran zu denken, lässt die Sorgen kleiner werden und schenkt neuen Mut. Und auf einmal fühlt sich das Leben wieder viel leichter an als noch vor 10 Minuten.

Ihr W. Dressel