Wenn mein Zahn schmerzt, gehe ich zum Zahnarzt. Wenn mein Auto streikt, suche ich eine Kfz-Werkstatt auf oder benachrichtige einen Pannendienst. Wenn meine Seele streikt, was tue ich dann? Wenn ich in großer Sorge bin und meine Gedanken anfangen, sich im Kreise zu drehen, tut es gut, sich jemanden zu suchen, der mich aus meinen Kreisbewegungen herausholt und neue Perspektiven eröffnet.


In früheren Zeiten war der Pastor in solchen Fällen ein gefragter Seelsorger. Als Seelsorger steht er grundsätzlich immer noch zur Verfügung. Das offene Ohr eines zur Verschwiegenheit verpflichteten Seelsorgers, ein Gespräch oder ein gemeinsames Gebet kann eine Hilfe sein, damit es der Seele wieder besser geht. Oftmals ist es gerade der Blick eines Außenstehenden, der dazu verhilft, die eigenen Gedanken zu sortieren und Orientierung zu gewinnen. Wenn dann noch das Gottvertrauen gestärkt wird, mag zwar aus „schwarz“ nicht auf einmal „weiß“ entstehen, aber das Bedrohliche verliert etwas von seinem Schrecken.

In der Bibel wird berichtet, dass Jesus Christus vielen Menschen auf manchmal wundersame Weise geholfen hat und im Anschluss daran den Hilfesuchenden gesagt hat: „Geh hin! Dein Glaube hat dir geholfen!“ (Lukas 17,19 und andere Stellen). Glaube kann Berge versetzen, auch Berge von Sorgen, und Gottvertrauen hilft gegen die Angst.

Immer häufiger wird die heilende Wirkung eines positiven Glaubens durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Allerdings fällt Gottvertrauen, wenn ich es brauche, nicht im Handumdrehen vom Himmel. Vielmehr muss es wachsen. Das braucht Zeit und eine gewisse Einübung.

Manchmal ist allerdings der Rat von psychologisch kompetenteren Beratern gefragt. Auch solcher Rat ist in Garbsen zu finden, vor allem in der Beratungsstelle für Erziehungs- und Lebensfragen. Keine Sorge: Dort wird man weder „psychologisch verbogen“ noch wird man mit Ratschlägen erschlagen. Vielmehr bestimmt jeder Ratsuchende selbst, was er erzählen möchte und welche Lösungsmöglichkeiten er ergreifen möchte.

Eines ist allerdings Voraussetzung, um sich helfen zu lassen: Man muss es wollen! So wie es der Psychologenwitz beschreibt: „Wieviele Berater braucht man, um eine Glühbirne auszuschrauben? – Einer genügt! Aber die Glühbirne muss wollen!“

Ihr Wolfgang Dressel