Aufstehen, Aufstand, Auferstehung... Es klingt ähnlich, es stammt von demselben Wort ab, und für mich liegt die Bedeutung ganz nahe beieinander. Es geht darum, zuversichtlich nach vorne zu schauen in dem Glauben: „Mit Gottes Hilfe wirst du es schon schaffen!“

Aufstehen: Die Bibel erzählt davon, dass Jesus einen gelähmten Menschen geheilt hat mit den Worten „Ich sage dir: Steh auf!“ Ob es wirklich so war? Viele durch einen Unfall oder einen Schlaganfall Gelähmte wünschen sich, dass sich ein solches Wunder bei ihnen wiederholt. Warten sie vergeblich? Über Wunder kann man nicht verfügen, und mit dem Verstand sind sie nicht zu begreifen.

Aber ich begreife, dass Gott uns in Bewegung setzen möchte. Wir sollen lebendig sein und uns nicht lähmen lassen. Zumindestens der Seele kann der Glaube Flügel verleihen. Mit Gottes Hilfe werde ich es schaffen, Unlust, Bequemlichkeit, „Sich-wie-gelähmt-fühlen“ zu überwinden und Dinge anzupacken, die getan werden müssen.

Aufstand: Nicht alles, was in unserer Welt geschieht, fördert das Leben. Eine ausufernde Bürokratie verhindert schnelle und lebenswichtige Entscheidungen, ein zu großer Unterschied zwischen Arm und Reich gefährdet den sozialen Frieden, Hassparolen schaffen Angst und bauen Feindbilder auf. Manchmal ist es nötig, Widerstand zu leisten und gegen lebenzerstörende Einflüsse aufzustehen, also einen Aufstand zu machen. Wie ein friedlicher Aufstand aussehen kann, ist an den derzeitigen Aktionen gegen die Stromtrasse in unseren Dörfern zu sehen.

Auferstehung: Die letzte Auferstehung steht für uns noch aus. Aber wir glauben, dass Jesus Christus durch seine Auferstehung den Weg gebahnt hat. „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt“ – diese Worte von Jesus Christus sind uns überliefert. Kein Mensch kann sagen, wie dieses Leben nach der Auferstehung aussehen wird. Wir können nur hoffen, dass Gott die Macht dazu hat und dass er uns ewiges Leben schenken will.

Auferstehungsglaube ist mehr als eine Vertröstung auf ein Jenseits. Auferstehung beginnt schon jetzt und überall da, wo wir uns im Vertrauen auf Gott in Bewegung setzen lassen.

Ihr W. Dressel